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Alt 16.02.2021, 14:52   #21
ursa major
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Registriert seit: 02.04.2014
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Darum spreche ich ja auch von "professionellen Bedürfnissen" und treffe damit eine Unterscheidung, die leider viele, die sich berufen fühlen Werbung für Linux und Open-Source-Software machen zu müssen, nicht treffen. Da liest man dann gern immer wieder so Sachen wie, dass GIMP viel besser sei als Photoshop und das jeder, der noch Windows oder MAC nutzen würde strunzdoof sein müsse. Wie ich schon sagte ist es eine Frage der persönlichen Bedürfnisse und Notwendigkeiten, ob man besserr mit Linux oder Windows oder Mac fährt. Wenn man glauben sollte, man könne mit Linux, GIMP, Inkscape und Scribus erfolgreich eine Werbeagentur betreiben, dann wünsche ich viel Glück, denn das wird man brauchen. Denn man wird bereits beim Einhalten des Corporate Designs eines Firmenauftritts erhebliche Probleme bekommen wenn man keine zuverlässige Farbverwaltung mit CMYK-Unterstützung zur Verfügung hat. Und das Corporate Design ist für Unternehmensauftritte eminent wichtig. Und ohne CMYK-Unterstützung sieht man auf dem Bildschirm eben nicht wie es im Druck aussehen wird. Sofern das überthaupt möglich ist - selbst wenn man über kalibrierte Hardware verfügt. Ein wirklich verlässliches Urteil erlaubt allenfalls ein Probeandruck.

Ja, was man nicht kennt, kann man nicht vermissen. Man kann die Steine aus dem Steinbruch auch zu Fuß in die Stadt tragen, um Häuser daraus zu bauen. Man kann aber heutzutage auch LKWs dafür benutzen. Wenn man die aber nicht kennt, wird man sie vermutlich auch nicht vermissen können und sich nur wundern, warum andere ihre Häuser so viel schneller und mit weniger personellem Aufwand bauen können.

Mit Anpassungsebenen kannst Du jeden Effekt (Schärfen/Entschärfen, Farbbalance, Tonwertkorrektur, Denoise, sogar Liquify, was dem Warp in GIMP entspricht, mit einer Ebene machen, die nur separat über der eigentlichen Ebene liegt und ihren Effekt auf diese überträgt (ähnich wie ein Ebenenmodus), solange sie dort liegt. Diese Anpassungsebene kann man jederzeit bearbeiten und nachjustieren, wobei die darunter liegende Ebene entsprechend verändert aussieht, ohne dass sie wirklich verändert ist (nondestruktives Verfahren). Das ist ein gewaltiger Vorteil gegenüber den destruktiven Veränderungen an den Ebenen selbst, denn es spart jede Menge Zeit, wenn man z.B. feststellt, dass man vor einiger Zeit einen zu starken Effekt auf eine Ebene angewendet hat. In GIMP könnte man dann nur im Journal soweit zurück gehen und verlöre dann alle Bearbeitungsschritte, die man seither gemacht hat. Sofern man auf diesen Journalschritt überhaupt noch zugreifen kann. Mit Anpassungsebenen kann man den Effekt jederzeit ganz einfach abmildern oder verstärken oder auch einfach wieder entfernen oder nur kurz mal ab- und wieder anschalten, wenn man will oder muss - ohne große Verluste an Zeit und Arbeit.

Wie gesagt, es ist letztlich eine individuelle Entscheidung, was man braucht und was man dafür zu zahlen fähig und bereit ist. Wenn man damit seinen Lebensunterhalt bestreiten will, würde ich zumindest im Print-orientierten Bereich niemandem empfehlen sich allein auf GIMP, Inkscape und Scribus zu verlassen. Auf der anderen Seite kenne ich natürlich auch genug Leute die Geld haben und sich brüsten Profis zu sein, weil sie Photoshop auf dem Rechner haben, auch wenn sie damit kaum nennenswertes zustande kriegen. Es ist natürlich nur ein Werkzeug, und was damit entsteht hängt immer noch von dem ab, der es bedient. Nichtsdestotrotz müssen für manche Dinge die erforderlichen Grundbedingungen gegeben sein. Ohn die wird man es nicht schaffen.

Und wie ich auch schonmal sagte, man tut niemandem einen Gefallen damit wenn man Linux, GIMP usw. in leuchtenderen Farben darstellt als gerechtfertigt ist. Früher oder später wird jeder merken was wirklich davon zu halten ist. Das kann , je nach persönlichen Bedürfnissen, positiv oder negativ sein. Bei letzteren wird aber die Gefahr, dass sie Open Source nicht mehr ernst nehmen können oder gar fortan Stimmung dagegen machen, umso größer sein. Davon abgesehen bin ich solche Art der verzerrenden Werbung doch eher von kommerziellen Anbietern gewohnt. GIMP hat das nun wirklich nicht nötig.

Edit: Zum Thema Farbtreue möchte ich noch kurz anmerken, dass natürlich auch Künstler, Bildbearbeiter und Fotografen in der Regel auf Farbtreue wert legen. Man quält sich ja nicht damit ab eine bestimmte Stimmung oder einen Farbeffekt im Bild einzufangen um diese dann durch Farbverfälschungen im Druck wieder zu verhunzen.

Geändert von ursa major (16.02.2021 um 15:45 Uhr)
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